27.08.2018 | ca. 5 min. Lesezeit | Artikel drucken

Privatanleger kennen kein Ost-West-Gefälle

Im Westen wird nur unwesentlich mehr investiert als im Osten. Der feine Unterschied liegt in der Motivation für Investitionen. Ostdeutsche Privatanleger sehnen sich nach der Erfüllung eines Lebenstraums und denken häufiger an die Altersvorsorge als westdeutsche. Die Anleger mit dem höchsten verfügbaren Budget kommen aus Baden-Württemberg.

Eine repräsentative Umfrage von YouGov im Auftrag von WeltSparen untersucht das Investitionsverhalten in unterschiedlichen Regionen Deutschlands. Das Ergebnis überrascht: Es gibt keinen deutlichen Unterschied im Verhalten zwischen Osten und Westen. 3 von 4 Studienteilnehmer (74 %) aus dem Osten Deutschlands geben an, gar nicht zu investieren – im Westen sind es 69 %. Von einem Ost-West-Gefälle kann hier nicht gesprochen werden.

Deutliche Unterschiede hingegen gibt es in der Motivation für Investitionen. Der Aufbau einer soliden Altersvorsorge ist den Bayern viel unwichtiger (45 %) als in den ostdeutschen Bundesländern (ohne Berlin 60 %). Der Unterschied zwischen West- (53 %) und Ostdeutschland (57 %) ist allerdings nicht sehr dramatisch.

Ziele im Osten: Von Sicherheit bis Sehnsucht

Finanzielle Unabhängigkeit wünschen sich mehr West- (43 %) als Ostdeutsche (35 %). Eher unwichtig ist dieser Aspekt für die Region Baden-Württemberg (33 %). Viel wichtiger erscheint das Thema den Bayern (49 %), Berlinern (45 %), der Region Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland (49 %) sowie Norddeutschland (48 %).

Die Erfüllung eines Lebenstraums steht für jeden vierten Ostdeutschen Privatanleger im Vordergrund (25 %), insbesondere in der Region Brandenburg/RP/Saarland (31 %). Im Westen möchte sich nur jeder zehnte einen Lebenstraum erfüllen (11 %).

Die Erfüllung eines Lebenstraums ist ostdeutschen Privatanlegern wesentlich wichtiger als westdeutschen.
Die Erfüllung eines Lebenstraums ist ostdeutschen Privatanlegern wesentlich wichtiger als westdeutschen. (Quelle: YouGov im Auftrag von WeltSparen)

 

Risikoscheu und misstrauisch

Bürger in der Region Brandenburg/Mecklenburg-Vorpommern/Sachsen-Anhalt (38 %) scheuen das Risiko der Börse, gefolgt von den Bayern (37 %) und dem Rest der Republik (Durchschnitt: 32 %).

Ein überdurchschnittlich hohes Misstrauen der Finanzindustrie gibt es in Bayern (35 %) und der Region Sachsen/Thüringen (32 %). Im restlichen Deutschland liegt die Quote bei knapp 25 %.

Aktien, aktive Fonds oder ETFs?

Eine Analyse der beliebtesten Anlageklassen ergibt, dass die meisten Aktionäre aus der Region Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland (16 %) kommen, gefolgt von Baden-Württemberg (BW) und Bayern (je 15 %). In Nordrhein-Westphalen (NRW) investiert jeder Zehnte in Aktien.  In der Region Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen sind es nur 8 %.

Bei den aktiv gemanagten Investmentfonds liegt Baden-Württemberg mit 17 % vorn, gefolgt von Bayern (13 %), NRW (11 %) und der norddeutschen Region Bremen/Hamburg/ Niedersachen/Schleswig-Holstein (11 %). Der größte Anteil der ETF-Investoren stammt aus Baden-Württemberg (8 %) und Berlin (9 %) – der Durchschnitt liegt hier bei 5 %.

Im Westen investieren mehr Anleger in Aktien und aktiv gemanagte Investmentfonds. Bei ETFs gibt es diesen Unterschied nicht.
Im Westen investieren mehr Anleger in Aktien und aktiv gemanagte Investmentfonds. Bei ETFs gibt es diesen Unterschied nicht. (Quelle: YouGov im Auftrag von WeltSparen)

 

Baden-Württemberg investiert am meisten

Gemessen am verfügbaren Budget wohnen die potenziell stärksten Privatanleger in Baden-Württemberg (BW). Selbst knapp jeder dritte in BW, der nicht investiert, hätte bis zu 100 EUR übrig (28 %). 100 bis 250 EUR hätte noch mehr als jeder zehnte in BW übrig (12 %). Jeder Vierte mit Wohnort in der Region Sachsen/Thüringen (25 %) könnte bis zu 100 EUR investieren. Damit liegt der Anteil in diesem Budget höher als in Bayern (23 %).

Innerhalb der Gruppe der Investoren legt jeder dritte Ostdeutsche (34 %) bis zu 100 EUR an. Im Westen ist es nicht einmal jeder Vierte (23 %). Im Osten sind es wieder einmal die Sachsen und Thüringer (49 %), die am liebsten bis zu 100 EUR investieren.

Die Privatanleger aus Baden-Württemberg haben das höchste Budget für Investitionen. Zwar legt nur jeder Zehnte (12 %) bis zu 100 EUR an. Aber jeder vierte Privatanleger in BW (26 %) investiert zwischen 100 und 250 EUR. Weitere 20 % in BW legen monatlich sogar zwischen 250 und 500 EUR an.

Das Image „arm aber sexy“ haftet den Hauptstädtern aber weiterhin an: Als Gründe gegen Investitionen geben die Berliner am häufigsten an, kein Kapital zur Verfügung zu haben (60 %) und liegen damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt (46 %).

 

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Über die Studie

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2.074 Personen zwischen dem 29.06.2018 und 02.07.2018 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren. Die Auswertung basiert auf den Nielsen-Gebieten: Als Nielsen-Gebiete bezeichnet man eine Aufteilung Deutschlands in verschiedene Regionen, bestehend aus mehreren Bundesländern, in denen möglichst viele Marktgegebenheiten wie Kaufkraft und Konsumverhalten ähnlich sind.

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