03.08.2018 | ca. 4 min. Lesezeit | Artikel drucken

Anleger profitieren von sinkenden Gebühren bei ETFs und Indexfonds

Bei den Gebühren von Investmentfonds gibt es derzeit nur eine Richtung: abwärts. Denn Fonds mit den niedrigsten Kosten erhalten den höchsten Kapitalzufluss. WeltInvest-Partner Vanguard konnte in diesem Jahr bereits die Rekordsumme von 70 Milliarden US-Dollar einsammeln. Der Anbieter von ETFs und Indexfonds führt den Wettbewerb an, zum Nachteil von aktiv gemanagten Fonds.

In den USA herrscht ein „halsbrecherischer Preiskrieg“ unter den Asset Managern, so beschreibt es die Financial Times. Es geht um die Gunst von institutionellen Investoren und Privatanlegern gleichermaßen. Dabei zeigt sich, dass die Investmentfonds mit den niedrigsten Gebühren die stärksten Kapitalzuflüsse erhalten. Die günstigsten Investmentfonds sind ETFs und Indexfonds. Sie verzichten auf eine aktive Auswahl von Aktien und bilden stattdessen die Wertentwicklung einer Benchmark ab – also einem Aktienindex, wie dem S&P 500 in den USA oder dem DAX in Deutschland.

Der Erfolg von ETFs und Indexfonds führt dazu, dass Asset Manager auf der ganzen Welt die Gebühren senken, um mit den günstigen Index-Trackern mithalten zu können. Fast die Hälfte (43 %) aller Asset Manager in den USA senkte im vergangenen Jahr die Gebühren, belegen Daten der US-Handelsgemeinschaft Investment Company Institute (ICI).

Aktiv gemanagte Investmentfonds leiden besonders unter dem harten Preiskampf. Die durchschnittlichen Gebühren von aktiven Mischfonds liegen bei 2,26 % p.a.. Zum Vergleich: Unsere WeltInvest Portfolios, die ebenfalls Aktien und Anleihen in unterschiedlichen Verhältnissen mischen, gibt es schon für 0,49 % p.a.. Langfristig wirkt sich dieser Kostenvorteil vorteilhaft auf die Rendite aus (siehe Grafik).

Vorteile kosteneffizienter Geldanlagen in einem Chart.

 

 

Preiskampf der größten ETF-Anbieter

Aktiv gemanagte Fonds konnten in den vergangenen Jahren die Wertentwicklung des Marktes – also eines Aktienindex – langfristig nicht übertreffen. Schuld daran sind auch die hohen Gebühren. Das ist der Hauptgrund für die wachsende Popularität von ETFs. Einer Untersuchung der Boston Consulting Group zufolge verstärkt sich dieser Trend und die größten ETF-Anbieter mit den niedrigsten Gebühren werden ihre marktdominierende Stellung ausbauen können.

Dazu gehört auch Vanguard, der weltweit größte Anbieter passiver Anlagestrategien und Partner von WeltInvest. Als einer der stärksten Verfechter niedriger Gebühren bei ETFs und Indexfonds konnte Vanguard 6 Jahre in Folge Rekordzuflüsse verzeichnen. Auch im laufenden Jahr sieht es wieder nach einem Rekordjahr aus. Allein in 2018 sammelten die ETFs und Indexfonds des Marktführers über 70 Milliarden US-Dollar ein. Konkurrent BlackRock kam im gleichen Zeitraum nur auf 17,9 Milliarden Dollar.

Die beiden Investment-Giganten lösten einen Preiskrieg aus, der auch andere Asset Manager dazu zwang, die Gebühren zu senken. Dabei gilt, je niedriger die Gebühren, desto höher der Kapitalzufluss. Wie die Daten der ICI belegen, sammelten Aktien-ETFs 2017 in den USA im Quartil mit den niedrigsten Gebühren 208 Milliarden US-Dollar ein, alle anderen Fonds zusammen verzeichneten Zuflüsse von nur 20 Milliarden US-Dollar – also nicht einmal 10 %.

 

ETF-Volumen hat sich seit 2010 verdoppelt

Nicht nur jenseits des Atlantiks sind ETFs auf dem Vormarsch. Das verwaltete Vermögen hat sich seit Ende 2010 von 68 Milliarden EUR auf 137 Milliarden EUR verdoppelt, belegen Zahlen des Branchenverbands der Fondsindustrie BVI. Dabei handelt es sich nicht nur um institutionelle Investoren: Der ETF-Anteil an den offenen Publikumsfonds für Privatanleger stieg von 9,6 % auf 13,1 %. Mit 115 Milliarden Euro sind Aktien-ETFs die volumengrößte Gruppe. Es folgen Renten-ETFs mit 18 Milliarden Euro.

Globales Wachstum von ETFs

Es ist unklar, wie weit sich die Spirale sinkender Gebühren von ETFs nach unten drehen lässt. Ein Asset Manager in den USA hat jüngst zwei kostenlose Indexfonds auf den Markt gebracht, um sich dort Marktanteile von den größten ETF-Anbietern zurück zu erobern. Doch den größten Nachteil tragen Fondsmanager aktiver Investmentfonds, ihre Margen dürften weiter sinken und der Kapitalfluss zu passiven Investmentstrategien weiterhin anhalten.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

Risikohinweis: Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Der Wert der vermittelten ETF und Indexfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen und folgenden Risiken: 1. Allgemeine Risiken von Kapitalanlagen (wie Konjunkturrisiko, Zinsänderungsrisiko), 2. Wertpapierspezifische Risiken (wie Aktienkursrisiko, Bonitätsrisiko), 3. Spezielle Risiken von Anlagen in Investmentfondsanteile, 4. Spezielle Risiken von Anlagen in ETFs und Indexfonds, 5. Spezielle Risiken bei der Abwicklung von Wertpapieraufträgen. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Risiken finden Sie hier.