Wie kann ich Festgeld kündigen?

Ordentliche & außerordentliche Kündigung von Festgeldkonten

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Stand: 12.03.2021

Wer auf der Suche nach einer sicheren Anlageform ist, kommt an Festgeld nicht vorbei. Im Gegensatz zu Tagesgeld wird eine Festgeldanlage zu einem garantierten Zinssatz über einen festen Zeitraum angelegt. Für die höheren Zinsen und die Planbarkeit muss allerdings eine lange Laufzeit mit einer festen Bindung in Kauf genommen werden. Das heißt: Möchten Sie Festgeld kündigen, müssen Sie meist bis zum Ende des Anlagezeitraums warten. 

In Ausnahmefällen ist es aber auch möglich, ein Festgeldkonto vorzeitig zu kündigen. Wir zeigen Ihnen, wie und wann Sie Festgeld kündigen können.

Das Wichtigste in Kürze
  • Funktionsweise: Festgeld ist eine Anlageform, bei der ein bestimmter Betrag einmalig mit einer festen Laufzeit zu einem im Voraus vereinbarten, festen Zinssatz angelegt wird. 
  • Ordentliche Kündigung: Wurde bei Abschluss der Festgeldanlage eine automatische Verlängerung vereinbart, ist eine Kündigung zum Ende der Laufzeit notwendig. Wird keine Kündigung eingereicht, wird das Geld bei Fälligkeit zu den gleichen Bedingungen automatisch wieder angelegt. 
  • Frühzeitige Kündigung: Eine vorzeitige Kündigung ist in der Regel nicht vorgesehen. Der Gesetzgeber erlaubt die frühzeitige Kündigung einer Festgeldanlage jedoch „aus wichtigem Grund ohne Einhaltung von einer Kündigungsfrist“ (§ 314 BGB). 

Kündigung von Festgeld zum Ende der Laufzeit

Bei Festgeld mit automatischer Wiederanlage bzw. Verlängerung (Prolongation) ist eine aktive Kündigung erforderlich. In der Regel muss diese 3-5 Werktage vor Ablauf bei der jeweiligen Bank vorliegen. Eine Kündigungsfrist im eigentlichen Sinne gibt es beim Festgeldkonto aber nicht. Wird das Konto nicht gekündigt, verlängert sich die Geldanlage um den zu Beginn vereinbarten Anlagezeitraum.

Haben Sie eine alternative Festgeldanlage im Blick, müssen Sie also nur kündigen und können anschließend das Konto ganz einfach nach dem Anlagezeitraum wechseln oder Ihr Geld erneut bei der gleichen Bank anlegen. Lassen Sie sich die Zinsen nicht entgehen. Bei einer Wiederanlage können Sie zusätzlich von einem Zinseszinseffekt profitieren. 

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Wie kann man Festgeld vorzeitig kündigen?

Eine vorzeitige Kündigung ist bei Festgeld in der Regel nicht vorgesehen. Laut § 314 des BGB darf Festgeld allerdings aus „wichtigem Grund bereits vorzeitig – und ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden. Was genau das bedeutet, liegt dabei im Ermessensspielraum der Bank. In den vergangenen Jahren wurden zum Beispiel folgende Gründe festgesetzt:  

  • Abrutschen ins Arbeitslosengeld II (Hartz IV)
  • Todesfall des Kontoinhabers
  • Insolvenz der Bank

Wann genau der Erhalt von Arbeitslosengeld ein Sonderkündigungsrecht darstellt, ist immer noch strittig. Während der Bezug von Arbeitslosengeld I noch keine vorzeitige Kündigung möglich macht, wird der Erhalt von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) in den allermeisten Fällen als Sonderkündigungsrecht angesehen. Aber auch das wird nicht von allen Banken bedingungslos akzeptiert. 

Der Todesfall des Kontoinhabers und die Insolvenz der Bank sind als Grund für eine vorzeitige Kündigung eines Festgeldkontos dagegen unstrittig. Ein weiterer Grund für eine außerordentliche Kündigung könnte eine drohende Privatinsolvenz sein. Um in diesem Fall Festgeld früher kündigen zu können, sind meist gerichtliche Verfahren notwendig. 

Anleger können auf Kulanz der Bank hoffen

Generell ist die Bank nicht dazu verpflichtet, Festgeld vor Ablauf auszuzahlen. In einem Vertragsverhältnis ist es aber nicht selten der Fall, dass sich beide Parteien auf eine Kündigung einigen. Wann eine vorzeitige Kündigung des Festgeldkontos aus Kulanz möglich ist, kann aber pauschal nicht beantwortet werden. Die Chancen auf eine Kündigung aus Kulanz können steigen, wenn der Sparer bereits seit vielen Jahren Kunde ist und zudem ein gutes Verhältnis zur Bank pflegt. 

Ist die Bank mit einer Kündigung einverstanden, müssen Sparer jedoch häufig mit einigen Nachteilen rechnen: 

  • Es werden deutlich niedrigere oder gar keine Zinsen ausgezahlt
  • Es können Vorschusszinsen berechnet werden (nicht bei WeltSparen)
  • Die Kündigung kann abgelehnt werden, aber es wird ein Kredit in Höhe des Sparbetrages gewährt

Zudem ist es theoretisch möglich, ein Kündigungsrecht bereits in den Vertrag aufzunehmen. Dies wird allerdings nur selten gewährt, da die Bank sich mit einem einseitigen Recht auf Kündigung in eine schlechte Position bringen würden. 

Wenn der Vertrag keine Klausel zur vorzeitigen Kündigung enthält und kein Sondergrund vorliegt, müssen Sie im schlimmsten Fall bis zum Ablauf warten, bevor Sie auf Ihr Geld zugreifen können. 

So können Sie ein Festgeldkonto kündigen

Möchten Sie Ihr Festgeldkonto fristgerecht kündigen, reicht in der Regel ein einfaches Schreiben aus. Viele Banken bieten mittlerweile auch die Möglichkeit an, das Konto im Onlinebanking zu kündigen. 

Folgende Angaben sind notwendig, um Festgeld zu kündigen

  • Name des Kontoinhabers
  • Name der Bank 
  • Datum der Kündigung
  • Kontonummer
  • Unterschrift

Falls Sie keine weiteren Anlagen beim bisherigen Anbieter besitzen, sollten Sie gemeinsam mit der Kündigung den erteilten Freistellungsauftrag löschen lassen. Dann kann der Steuerfreibetrag voll bei einer anderen Bank genutzt werden.

Um Festgeld aufzulösen, muss die Kündigung in der Regel spätestens 3-5 Bankarbeitstage vor Ablauf vorliegen. Schicken Sie die Kündigung per Post, bedenken Sie die Postlaufzeit. Schicken Sie die Kündigung am besten 14 Tage vor dem Ende der Laufzeit ab. 

Was passiert mit dem Zinsertrag bei einer Kündigung?

Auch im Falle einer Kündigung stehen dem Sparer die erwirtschafteten Zinsen zu. Wird Festgeld vorzeitig gekündigt, entstehen bei der Bank zusätzliche Kosten, weshalb auch Strafzinsen bzw. zusätzliche Gebühren anfallen können. Wenn das Konto außerordentlich gekündigt wird, kann die Bank die ausgezahlten Zinsen auch zurückverlangen. Manche Kreditinstitute gewähren aber auch bei einer außerordentlichen Kündigung einen Basiszinssatz. Dieser liegt allerdings häufig unter dem vereinbarten Festgeldzins. 

Zahlreiche Möglichkeiten am Laufzeitende bei WeltSparen

Sie möchten Ihr Festgeldkonto doch behalten? Kein Problem! Sie haben die Möglichkeit, Ihr Geld bei derselben Bank erneut zum aktuell angebotenen Zinssatz anzulegen oder sich eine neue Festgeldanlage mit besseren Konditionen auszusuchen. In keinem der Fälle müssen Sie Ihr Festgeld kündigen. Zwischen 28 und 5 Kalendertagen vor Fälligkeit können Sie einfach und bequem online wechseln. Bei einigen unserer Partnerbanken können Sparer Festgeld auch automatisch verlängern lassen. 

Ein Tipp für alle, die nicht so lange auf ihr Geld verzichten wollen

Was tun, wenn sich die Zinsen während der Laufzeit erhöhen? Da es in den meisten Fällen nicht möglich ist, Festgeld vorzeitig zu kündigen, setzen viele Sparer auf eine Zinstreppe. Bei dieser Treppenstrategie wird die Geldanlage auf mehrere Festgeldkonten mit aufsteigenden Laufzeiten verteilt. Durch die Aufteilung behält der Sparer eine gewisse Flexibilität und kann bei steigenden Zinsen rechtzeitig reagieren. Laufen Festgelder aus, gibt es so bereits nach kurzer Anlagedauer die Möglichkeit, das Geld bei der Bank mit den höchsten Zinsen erneut anlegen zu können. 

Welche Geldanlage stellt eine flexiblere Alternative zum Festgeld dar?

Außer in Fällen, in denen eine Sonderkündigung möglich ist, können Sie Festgeld nicht vorzeitig auflösen. Möchten Sie eine frühzeitige Kündigung erwirken, sind Sie immer auf die Kulanz der Bank angewiesen. Selbst dann, wenn der Kündigung zugestimmt wird, müssen Sie womöglich einige Verluste in Kauf nehmen.

Wer auf größere Flexibilität setzen möchte, kann zu folgenden Produkten greifen: 

Die größte Flexibilität erhalten Sparer bei Tagesgeld. Ein Tagesgeldkonto kann jederzeit gekündigt werden. Diese Flexibilität geht allerdings mit einer niedrigeren Verzinsung als bei Festgeld einher. 

Bei Flexgeld werden die Vorteile von Tagesgeld und Festgeld kombiniert. Zu Beginn werden eine feste Laufzeit und ein Festzinssatz vereinbart – dennoch haben Sie jederzeit die Möglichkeit, vorzeitig zu kündigen. Bei vorzeitiger Kündigung greift dann ein Basiszins, sodass die Zinsen nicht gänzlich verloren gehen. 

Kündigungsgeld und Tagesgeld sind sich in der Funktionsweise sehr ähnlich. Die Unterschiede liegen in der Verzinsung und in der Kündigungsfrist. In der Regel ist Kündigungsgeld etwas höher verzinst als Tagesgeld. Dazu müssen Sparer aber eine Kündigungsfrist (zwischen 5 und 366 Tagen) in Kauf nehmen, bevor ihr Geld ausgezahlt wird. 

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