Startups: Aufgebaut, gewachsen – übernommen!

Selten ist es eine Liebesheirat, wenn ein Startup von einem anderen übernommen wird. Bei fairr und Raisin ist das ganz anders.

Berlin, 7. November 2019Jens Jennissen, Dr. Alexander Kihm und Ambros Gleißner sind die Gründer des Altersvorsorge-Spezialisten fairr. Sie wollen nichts geringeres, als die Altersvorsorge transparenter und effektiver zu gestalten. Vor 70 Tagen wurde ihr Unternehmen durch das Spar- und Zinsportal Raisin übernommen – in Deutschland bekannt unter der Marke WeltSparen (weltsparen.de). Ein Schritt, der erstmal nach dem Ende einer Gründer-Geschichte klingt. Tatsächlich bringt die Integration von fairr in das Angebot von Raisin die drei Gründer bei der Verwirklichung ihrer Idee einen großen Schritt weiter. 

Undurchsichtige, analoge Finanzprodukte sind der Startschuss für Fairr

Startups lösen Probleme. Damit verändern sie die Welt in der wir leben. Jens Jennissen ärgert sich vor sieben Jahren über komplizierte und digital schlecht verfügbare Altersvorsorgeprodukte. Zu dem Zeitpunkt handelt er für einen großen Energiekonzern mit Rohstoffen und will eigentlich nur etwas für die eigene Altersvorsorge tun. Trotz umfassender Kenntnisse über Geldanlagen endet sein Vorhaben als deprimierendes Erlebnis – zu kompliziert, undurchsichtig und mit unsicherer Ertragsprognose. Jennissen vertieft schließlich sein Wissen über Geldanlagen und Kapitalmärkte. Ein berufsbegleitendes Studiums an der London Business School schließt er mit dem Master in Finance ab. Damit sind auch schon die ersten Schritte in Richtung des eigenen Unternehmens getan.

Er begeistert Alexander Kihm und Ambros Gleißner für die von ihm identifizierte unternehmerische Herausforderung. Die beiden kennen sich als erfahrene Gründer mit digitalen Technologien gut aus und wissen wie man eine Online-Plattform entwickelt. Gemeinsam entstehen Pläne, Ideen und sie gründen das Startup fairr. Im Jahr 2014 entwickeln sie innerhalb von rekordverdächtigen neun Monaten ihr erstes Produkt – fairriester. Der Name ist eine Mischung aus Firmenname und Produktbezeichnung, fairr und Riester-Rente. fairriester erhält gute Bewertungen und wird im Markt sofort angenommen. Es dauert nicht lange und sie gewinnen erste Preise, werden wiederholt als “Startup des Jahres” ausgezeichnet. Eine tolle Erfolgsgeschichte, die viel Aufmerksamkeit auf sich zieht. Irgendwann in dieser wilden Zeit lernen sie bei einer Preisverleihung den Raisin-Gründer Tamaz Georgadze kennen. Auf Anhieb ist gegenseitige Sympathie im Spiel. Georgadze und der Raisin-Mitgründer Frank Freund werden später privat als Investoren bei fairr einsteigen.

 

Von links: Die drei fairr-Gründer Jens Jennissen, Dr. Alexander Kihm und Ambros Gleißner

Die Erfolgsgeschichte bekommt ein paar Kratzer

Ist bis zu diesem Zeitpunkt alles rasant gegangen, gestaltet sich in den Folgejahren die Kapitalsuche plötzlich schwieriger. Viele Startups kommen in solche Situationen. Das Unternehmen ist zu dem Zeitpunkt auf fast 25 Mitarbeitende angewachsen. Das erfolgsverwöhnte Gründer-Trio muss daraufhin einen Gang zurückschalten und sich stärker auf das organische Wachstum des Unternehmens konzentrieren.

fairr-CEO Jens Jennissen sagt über diese Zeit: „Das war eine schwierige, im Nachhinein aber wichtige und entscheidende Phase von fairr.“  Rückblickend führt er aus: „Die Branche hat diese These, dass man Altersvorsorgeprodukte aktiv verkaufen müsse, sonst ginge nichts. Wir wollten aber schon immer Produkte entwickeln, die Menschen von sich aus haben wollen – diesen Fokus drohten wir aus den Augen zu verlieren. Zum Glück haben wir das rechtzeitig erkannt und daraufhin viele richtige Entscheidungen getroffen.“ 

Eine dieser Entscheidungen findet an einem gut gelaunten Nachmittag im Raisin-Hauptquartier in der Immanuelkirchstraße in Berlin ihren Anfang. Dort reift bei einem Treffen der jeweils drei fairr- und Raisin-Gründer ein Bewusstsein dafür, wie sehr die Angebote der beiden Fintechs sich gegenseitig ergänzen. Es dauert nicht lange bis ein konkreter Plan daraus wird. Als erste Maßnahme wird fairbav, das fairr-Produkt für die betriebliche Altersvorsorge, intern für die Raisin-Mitarbeiter eingeführt. Das ist deshalb von Bedeutung, da sich Raisin dem Credo einfach verständlicher und transparenter Finanzprodukte verschrieben hat. Diese Idee ist auch ein Teil der fairr-DNA – obwohl sich Altersvorsorgeprodukte ungleich komplizierter gestalten, als dies bei dem Angebot von Tages- und Festgeldern der Fall ist, auf die Raisin sich zu dem Zeitpunkt fokussiert.

Die praktische Erfahrung überzeugt. Plötzlich steht die Frage im Raum, ob man die wirtschaftlichen Bande nicht noch enger knüpfen wolle. Das wollen alle. Die Gründer beider Unternehmen sind inzwischen eng befreundet. Gemeinsam wird beschlossen, dass Raisin fairr übernehmen wird. Normalerweise dauert so etwas ein halbes Jahr und länger. Nicht so bei Raisin und fairr. Zwischen Idee, Due-Diligence und vollständiger Umsetzung der Übernahme vergehen nur wenige Wochen. Im September 2019 wird fairr dann zu fairr by raisin. Davon profitieren besonders die Kunden beider Unternehmen. Sie erhalten ein optimal aufeinander abgestimmtes Angebot für den Vermögensaufbau – egal, in welcher Lebenssituation sie sich gerade befinden.

Übernahme durch Raisin potenziert das Marktpotenzial

Was bei anderen Gründern den Start zu neuen Ufern kennzeichnet, schreibt sich beim Gründerteam von fairr als Erfolgsgeschichte fort. Im Markt besteht eine große Nachfrage nach einfach verständlichen und unkomplizierten Finanzprodukten für die Altersvorsorge. fairr und Raisin treten hier jetzt gemeinsam auf und formulieren ein Angebot aus einer Hand. Nach dem formalen Zusammenschluss ist 70 Tage nach der Übernahme auch die technische Integration von fairr in das Angebot von Raisin fast abgeschlossen. Die Kunden profitieren durch eine bessere Verzahnung der unterschiedlichen Anlageformen und können sich nun zwischen verschiedenen Produkten für die kurzfristige, mittlere oder langfristige Geldanlage entscheiden. Für Kunden aller Einkommens- und Altersklassen steht damit eine passende Anlagestrategie aus einer Hand zur Verfügung – vom Sparplan über Tages- und Festgelder, WeltInvest ETF-Portfolios bis zur staatlich geförderten Altersvorsorge.

 

Dr. Tamaz Georgadze, CEO und Mitgründer von Raisin

 

Auch der Raisin-CEO und Mitgründer Dr. Tamaz Georgadze freut sich über die gelungene Integration von fairr in das Angebot von Raisin: „Raisin verfolgt seit jeher die Idee sicherer, kostengünstiger und transparenter Geldanlagen mit attraktivem Renditepotenzial. Dahinter steht unsere Vision, allen Menschen einen nachhaltigen Vermögensaufbau zu ermöglichen. Fairr hat uns von Beginn durch sein Gründerteam, die hervorragenden Produkte und die dahinter stehende Philosophie begeistert. Das passt perfekt zu uns. Mit dem Abschluss der Integration verfügt Raisin über ein in dieser Form einzigartiges Produktportfolio, das jetzt auch die Altersvorsorge unserer Kunden mit abdeckt.”

Die Erfolgsgeschichte von fairr und seinen Gründern Jens Jennissen, Alexander Kihm und Ambros Gleißner endet also nicht mit der Übernahme. Sie haben fairr und sich selbst erfolgreich mit beeindruckenden Wachstumsgeschichte von Raisin verwoben. Exit und Beachtime? Von wegen! To be continued. 

 

Über fairr

fairr ist das führende Start-up im Bereich Altersvorsorge. Kunden können ihre Rente voll digital im fairr-Cockpit über alle Säulen hinweg optimieren. Dazu werden Ansprüche aus gesetzlicher, betrieblicher sowie privater Altersvorsorge in Echtzeit mit dem persönlich festgelegten Rentenziel abgeglichen. Um ihre Rentenziele zu erreichen, können Kunden in eigens entwickelte Anlageprodukte investieren, die leicht verständlich sind und darüber hinaus Steuervorteile und eine wissenschaftliche Geldanlage kombinieren. Seit August 2019 gehört fairr zu Raisin.

Über Raisin / WeltSparen

Das Berliner Fintech WeltSparen, ein Vorreiter für Open Banking in Europa, wurde 2012 von Dr. Tamaz Georgadze (CEO), Dr. Frank Freund (CFO) und Michael Stephan (COO) gegründet. WeltSparens Plattformen – international unter der Marke Raisin bekannt – bieten europäischen Sparern grenzüberschreitend einfachen und kostenlosen Zugang zu attraktiven und einlagengesicherten Tages- und Festgeldern aus ganz Europa sowie zu global diversifizierten und kostengünstigen ETF-Portfolios. Mit nur einer Online-Anmeldung können Kunden alle Anlagen abschließen und verwalten. Seit 2013 haben mehr als 215.000 Kunden aus 30+ Ländern Europas Spareinlagen im Wert von über 17 Milliarden Euro bei mehr als 86 Partnerbanken angelegt. Das Start-up zählt zu den Top 5 Fintechs der renommierten FinTech50-Awards und wird von namhaften europäischen und US-amerikanischen Investoren wie btov Ventures, Goldman Sachs, Index Ventures, Orange Digital Ventures, PayPal Ventures, Ribbit Capital und Thrive Capital unterstützt. Zu Raisin gehören Raisin UK in Manchester, die Service-Bank Raisin Bank und Altersvorsorgespezialist Fairr.

Zurück zur Übersicht