10.11.2017 | ca. 4 min. Lesezeit | Artikel drucken

Zinsradar: Verschiebungen im Ranking 1-jähriger Privatkundenfestgelder; erstmalige Analyse der Zinssätze für Geschäftskunden

Höchste Einlagenzinssätze für Festgelder in der EU:
Verschiebungen in der zweiten Hälfte des Rankings einjähriger Festgelder

Wie bereits im Vormonat boten Banken aus den folgenden Ländern die höchsten Zinsen auf einjährige Euro-Festgelder: Italien (1,61 %), Portugal (1,07 %), Frankreich (0,98 %) und Rumänien (0,96 %). Bemerkenswert ist zudem, dass in den untersuchten Ländern nur in Portugal eine inverse Zinsstrukturkurve vorliegt. Seit April 2017 erhalten Anleger somit höhere Zinsen auf Festgelder mit einjährigen Laufzeiten (1,07 %) als auf Festgelder mit dreijährigen Laufzeiten (0,71 %). Im letzten Monat haben sich zudem deutliche Verschiebungen in der zweiten Hälfte des Rankings ereignet: Österreichische Festgelder (0,92 %) sind nun auf dem fünften Platz zu finden und haben somit spanische Festgelder (0,85 %) auf den sechsten Platz verwiesen. Deutsche Festgelder mit einjährigen Laufzeiten stiegen um fünf Basispunkte (0,84 %), konnten dadurch einen Platz gut machen und befinden sich nun an siebter Stelle vor Festgeldern aus den Niederlanden (0,82 %). Deutsche Festgelder mit dreijährigen Laufzeiten konnten im Schnitt sogar um 9 Basispunkte zulegen und bieten aktuell eine Rendite von 1,08 %.

 

Einlagenzinssätze der größten Banken im jeweiligen Land:
Zinsverhältnis der größten Banken vs. Top-Angebote in Deutschland steigt weiter an

Seitdem wir zum ersten Mal im Juni 2015 die durchschnittlichen Zinssätze europäischer Großbanken erfasst haben, bieten die größten Banken Deutschlands und der Niederlande durchgehend die niedrigsten Zinsen. Während dieser Zeitspanne stieg das Zinsverhältnis der Großbanken zu den fünf besten lokalen Angeboten in Deutschland von 15 auf 28 und in den Niederlanden von 14 auf 21. Deutsche Anleger können somit bei kleineren Banken eine 28-fach höhere Rendite als bei den größten drei lokalen Banken erwirtschaften. Der Anstieg ist hauptsächlich auf die Tatsache zurückzuführen, dass die jeweiligen Großbanken ihre Zinssätze deutlich stärker als ihre lokalen Gegenspieler gesenkt haben. Deutsche Großbanken senkten ihre Zinssätze zum Beispiel um 70 % – im Vergleich hierzu senkten kleinere Banken die Zinssätze ihrer Top-Angebote in der gleichen Periode im Durchschnitt nur um 39 %.

 

Historischer Verlauf der Einlagenzinssätze für Geschäftskunden:
Deutscher Einlagenzins für Geschäftskunden im negativen Bereich

Nachdem Einlagenzinssätze für Geschäftskunden im Jahr 2011 ihren Höhepunkt erreicht hatten, sanken die Durchschnittszinsen für Neueinlagen drastisch auf neue Rekordtiefststände. Der Durchschnittszins der Eurozone brach in der betrachteten Periode um mehr als 97 % ein. Der deutsche Durchschnittszins sank sogar um mehr als 99 % und notiert seit Anfang 2016 im negativen Bereich. Betrachtet man die Entwicklung der letzten Monate lässt sich zumindest ein leicht positiver Trend erahnen und damit auf eine langfristige Erholung der Zinssätze hoffen. Zudem haben sich alle gezeigten Zinsverläufe, mit Ausnahme Italiens, stark angenähert. Im Jahr 2011 betrug die Differenz der Zinssätze zwischen Spanien und Deutschland noch über einen Prozentpunkt – heute liegen sie nur noch 0,27 Prozentpunkte auseinander.

 

Aktuelle Einlagenzinssätze für Geschäftskunden in der Eurozone:
Deutscher Einlagenzins für Geschäftskunden im negativen Bereich

Die kurzfristige Entwicklung der Einlagenzinssätze lässt sich im Detail auch der obigen Grafik entnehmen. Der Durchschnittszins für Neueinlagen liegt in Italien derzeit noch bei 0,75 %, in der Eurozone bei 0,10 % und in Deutschland bei -0,04 %. Übetroffen werden die Einlagenzinssätze für Geschäftskunden in Deutschland im negativen Sinne nur noch von Zinssätzen in Luxemburg und den Niederlanden, die derzeit bei -0,11 % und -0,30 % liegen.

 

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Stand: 02.11.2017, Quellen:

Belgien: Spaargrids; ING Belgien, KBC, Belfius Bank
Dänemark: mybanker; Danske Bank, Nykredit, Nordea
Deutschland: biallo; Deutsche Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank
Frankreich: FranceTransactions / cbanque; BNP Paribas, Societe Generale, Crédit Mutuel
Irland: Bonkers.ie; Bank of Ireland, AIB, Ulster Bank

Italien: Conti Deposito; UniCredit, Monte Dei Paschi Di Siena, Mediobanca
Niederlande: Spaarrente; ING, Rabobank, Abn-Amro
Norwegen: Norsk Familieøkonomi; DNB, Danske Bank, Nordea
Österreich: biallo; Erste Bank, Raiffeiseinbank Oberösterreich, BAWAG PSK
Polen: Oprocentowanie; PKO Bank Polski, Bank Pekao, mBank

Portugal: Pedro Pais; BPI, BCP, Novo Banco
Rumänien: Conso.ro; BCR, BRD, Banca Transilvania
Spanien: bankimia, iahorro, helpmycash; Santander, BBVA, Sabadell
Schweden: Finansportalen; SEB, Nordea, Swenska Handelsbanka
Vereinigtes Königreich: Moneysupermarket; HSBC, Barclays, RBS

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