25.02.2020 | ca. 9 min. Lesezeit | Artikel drucken

9 Mythen, die Sie immer noch über Riester und Rürup glauben

Digitalisierung macht vieles einfacher, so auch die private Altersvorsorge mit Riester und Rürup. Doch noch immer gibt es viele Missverständnisse aus vergangenen Jahren, die wir hiermit ausräumen. Hier sind 9 Mythen, die Sie ab morgen nicht mehr über Riester und Rürup glauben werden.

Manche Mythen – z.B. „Die Erde ist eine Scheibe“ – halten sich hartnäckig, obwohl der technologische Wandel ihnen bereits vor Hunderten von Jahren den Garaus gemacht haben müsste. Im Bereich der privaten Altersvorsorge sehen wir es als unsere Pflicht an, gängige Mythen über Riester und Rürup mit einer Realität zu konfrontieren, die Ihr Bild von der staatlich geförderten Altersvorsorge von der Steinzeit ins 21. Jahrhundert katapultieren wird.

Wer hat schon Geld zu verschenken. Sie brauchen keinen teuren Riester oder Rürup-Vertrag.

„Riester ist teuer und unflexibel“

Der Mythos:

Riesterverträge sind teuer: Die meisten Anbieter verlangen hohe Abschlussprovisionen sowie laufende Gebühren. Viele Altverträge sind darüber hinaus unflexibel, weil sie in der Nullzinsphase nicht in ertragreichere Anlagemöglichkeiten wechseln können. Wer einmal einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, kommt da nie wieder raus.

Die Realität:

Wenn Riester-Verträge teuer und unflexibel sind, liegt das einzig und allein an den Anbietern. Der Gesetzgeber bietet einen großen Handlungsspielraum bei der Vertragsentwicklung, z.B. können Einzahlungen flexibel gestaltet werden. Riesterverträge dürfen per Gesetz von den Beiträgen freigestellt, gekündigt, gewechselt und übertragen werden.

Das große Manko an vielen Riesterverträgen: Die Anbieter nutzen die Flexibilität bei der Produktentwicklung nur für ihr Gebührenmodell. Jede einzelne Änderung, jeder Wechsel und Übertrag wird den Kunden in Rechnung gestellt. Das macht die meisten Verträge als Ganzes teuer und unflexibel.

Die Lösung:

Der Trick ist, Riesterverträge zu finden, die den gesetzlichen Gestaltungsspielraum für die Kunden nutzen. Bei fairriester gibt es keine Abschlussprovisionen oder Wechselkosten. Sämtliche Dienstleistungen und laufenden Gebühren sind transparent dargestellt. Dank der chancenreichen Investitionen in ETFs und Indexfonds sind Sparer mit einem fairriester im Nullzins-Zeitalter gut aufgestellt.

Mehr zu fairriester erfahren

Aktivieren Sie den Hinterbliebenenschutz bei Riester.

„Riester und Rürup kann man nicht vererben“

Der Mythos:

Herr Müller hat 20 Jahre lang in seinen Riester-Vertrag eingezahlt. Auf dem Rentenkonto haben sich über 100.000 Euro angesammelt und Herr Müller erhält 300 Euro daraus im Monat bis ans Lebensende. Doch unglücklicherweise verstirbt Herr Müller nach nur 2 Monaten in Rente. Seine Frau und Kinder gehen leider leer aus, denn Riester-Renten kann man nicht vererben.

Die Realität:

Doch, kann man. Allerdings ist die Vererbung gesetzlich nicht obligatorisch. De facto gibt es aber bei allen Anbietern eine Möglichkeit, den Hinterbliebenenschutz im Vertrag festzuhalten. Wenn dies im Beratungsgespräch nicht erfolgt, sollte die Absicherung für Hinterbliebene aktiv vom Kunden angesprochen werden. Dann muss sie in den Vertrag mit aufgenommen werden.

Die Lösung:

Bei fairr können sich Riester-Sparer entscheiden, ob die Hinterbliebenen eine Rentengarantiezeit für 10 Jahre oder eine Restkapitalabfindung erhalten sollen. Bei der Rentengarantiezeit erhält der Ehepartner bis zu 10 Jahre nach Rentenbeginn des Antragstellers eine Witwenrente. Die Restkapitalabfindung wirkt als Hinterbliebenenabsicherung bis in hohe Alter.

Mehr zum Hinterbliebenenschutz

 

Bürtokratie ist ein notwendiges Übel.

„Für Angestellte und Beamte macht Rürup keinen Sinn“

Der Mythos:

Für Otto-Normalverdiener macht Rürup keinen Sinn, weil es keinerlei staatliche Zuschüsse gibt. Angestellte und Beamte sollten daher einen Riester-Vertrag abschließen.

Die Realität:

Mit der Riester-Rente können Angestellte und Beamte bis zu 2.100 Euro im Jahr inklusive der Zulagen von der Steuer absetzen. Wer mehr einzahlen möchte, stößt bei Riester schnell an seine Grenzen. Rürup kann also eine sinnvolle Ergänzung für Gutverdienende neben Riester sein.

Die Lösung:

Angestellte oder Beamte, die die Förderung bei der Riester-Rente voll ausnutzen und zusätzlich 200 Euro im Monat in die Rürup-Rente investieren,  können abhängig von ihrer Einkommenssituation eine Steuerrückzahlung von bis zu 900 Euro erhalten. Wer die monatlichen Einzahlungen auf 400 Euro erhöht, erhält sogar bis zu 1.700 Euro zurückerstattet.

Rürup-Rente Berufsgruppen

 

Selbstständige können auch riestern.
 

„Selbstständige können nicht riestern“

 Der Mythos:

Selbstständige sind nicht förderberechtigt, denn sie zahlen nicht in die gesetzliche Rente ein. Daher macht eine Riester-Rente für sie keinen Sinn.

Die Realität:

Einige Selbständige wie Künstler, Handwerker, Publizisten, oder freiberufliche Lehrer sind gesetzlich pflichtversichert. Wenn sie sich dazu entschließen, sind sie auch für einen Riestervertrag förderberechtigt und erhalten alle Zuschüsse. Aber auch wenn sie nicht gesetzlich pflichtversichert sind, können sie einen Riester-Vertrag abschließen. Dann erhalten sie aber keine staatlichen Zuschüsse.

Die Lösung:

Aber auch hierfür gibt es eine Lösung: Denn wenn Selbstständige einen Ehepartner haben, der in die gesetzliche Rente einzahlt, dann sind sie über den Ehepartner mittelbar förderberechtigt und erhalten die Riester-Grundzulage von 175 Euro.

Riester für Selbstständige

 

Riester-Wechsel ist jeder Zeit möglich.

„Mit einem schlechten Riester lohnt sich kein Wechsel“

Der Mythos:

Wer einmal in einem schlechten, weil teuren, Riester-Vertrag gefangen ist, ist bis zum Renteneintritt dazu verdammt, unverzinst weiter einzuzahlen. Hohe Gebühren sind dann unvermeidlich und werden auch bei einem Wechsel nicht erstattet.

Die Realität:

Richtig ist, dass neue Anbieter die bereits gezahlten Gebühren nicht mehr zurückholen können. Wechseln ist aber immer möglich. Das Kapital wird dabei übertragen und auch die im Übertrag enthaltene Förderung bleibt erhalten.  Ein Wechsel kann sich auch deswegen lohnen, weil neue Anbieter wesentlich günstigere Gebühren haben können. Wer darüber hinaus noch von einem Vertrag mit Nullverzinsung in einen neuen Vertrag mit ETFs und Indexfonds wechselt, sichert sich die Chancen auf hohe Renditen.

Die Lösung:

Wer nicht sofort wechseln möchte, kann seinen alten Vertrag einfach „beitragsfrei stellen“ oder ruhen lassen und zahlt dann nicht mehr ein. Die bereits gezahlten Beiträge werden dann im Rentenalter in einer Rente umgewandelt. Wer sich später doch noch die Förderung sichern will, kann sich jeder Zeit für einen zweiten Riester-Vertrag entscheiden und erhält im Rentenalter dann einfach zwei Riester-Renten.

Riester-Rente wechseln

 

Familien mit vielen Kindern profitieren von der Riester-Kinderzulage.

„Riester lohnt sich nur für Familien mit vielen Kindern“

Der Mythos:

Beim Riester geht es nur um die Zulagen: Der Staat zahlt 175 Euro Grundzulage plus 300 Euro für jedes Kind pro Jahr. Daraus folgt: Je mehr Kinder, desto besser. Oder?

Die Realität:

Bei Riester geht es vor allem auch um Steuervorteile, die in der Diskussion immer wieder vernachlässigt werden! Gutverdiener können jährliche Steuerrückzahlungen erhalten, die die staatlichen Zuschüsse bei weitem übertreffen, wenn sie jährlich 2.100 EUR abzüglich der Zulagen einzahlen.

Die Lösung:

Im Vergleich zu einer möglichen Steuerrückzahlung von bis zu 700 Euro fällt die Grundzulage von 175 Euro kaum ins Gewicht. Vor diesem Hintergrund können also auch kinderlose Riester-Sparer von der zusätzlichen Altersvorsorge profitieren.

Riester-Rente berechnen

 

Keine Angst vor Verlusten bei Riester.

„Riester kann man nur mit Verlust kündigen“

Der Mythos:

Wer einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat und vor dem Renteneintritt kündigen will, muss immer Verluste hinnehmen, weil die Gebühren am Eingezahlten zehren.

Die Realität:

Riester kann jederzeit gekündigt und ausgezahlt werden. Der Staat bezeichnet dies jedoch als „förderschädlich“ und verlangt daher alle Zulagen und Steuervorteile zurück. Die Beiträge werden jedoch abzüglich der Gebühren zurückerstattet. Wichtig ist: Die Gewinne, die der Riester-Sparer auf die Beiträge und Zulagen erhalten hat, werden aber nicht zurückgefordert. Die Erträge müssen allerdings versteuert werden.

Die Lösung:

Wer also bereits 12 Jahre lang in einen Riester-Vertrag mit ETFs und Indexfonds eingezahlt hat, dabei die maximale Förderung und evtl. sogar Kinderzulagen erhält, hat bei der vergangenen Marktentwicklung sehr wahrscheinlich Gewinne erzielt und kann bei einer Kündigung seines Riester-Vertrags auch mit einem Plus unter dem Strich herauskommen.

Lösung für Profis:

Wer nach 12 Jahren und im Alter von 62 Jahren seinen Riester-Vertrag kündigt, muss nach dem Einkommensteuergesetz (EstG) nur 50 % der Erträge versteuern und die Beiträge gar nicht versteuern.

Riester-Rente kündigen

 

Wer lange lebt, hat mehr von Riester.

„Mit Riester und Rürup muss man uralt werden“

Der Mythos:

Riester-Verträge lohnen sich nur für Menschen, die sich gesund ernähren, täglich Sport treiben und über 100 Jahre alt werden. Wenn ich als Kettenraucher nach 5 Jahren Rente den Löffel abgebe, dann habe ich für den Staat geriestert.

Die Realität:

…Sieht anders aus, wie man an folgendem Rechenbeispiel sieht: Eine 35-jährige Riester-Sparerin, die die maximale Förderung erhält, 50.000 Euro Brutto pro Jahr verdient und mit 67 in Rente gehen möchte, hat in der Ansparphase bereits Steuererstattungen von insgesamt 16.926 Euro erhalten.

Die Lösung:

Eingezahlt wurden hingegen 61.761,66 €. Von dieser Summe kann sich unsere Riester-Sparerin 30 % als Sofortrente auszahlen lassen, die sie allerdings versteuern muss. Doch zusammen mit den o.g. Steuervorteilen fließt bereits bei Rentenbeginn schon ein großer Teil der Einzahlungen an unsere Riester-Sparerin zurück. Bei einer positiven Marktentwicklung kann sich die Riester-Rente also schon wenige Jahre nach Renteneintritt bereits wieder amortisieren.

Riester-Rente auszahlen

 

„Riester ist eine Versicherung“

Der Mythos:

Jeder Riestervertrag ist gleich und funktioniert wie eine Versicherung, die eigentlich nur kinderreichen Familien etwas bringt, die lange leben, denn es kommt ja nur auf die staatlichen Zulagen an.

Die Realität:

Riester ist nicht gleich Riester. Es gibt zwar Riester-Verträge, die über eine Versicherung laufen, darunter fallen z.B. verzinste oder fondsgebundene Riester-Rentenverträge. Es gibt aber auch solche Riester-Verträge, die über eine Bank abgewickelt werden, z.B. den Riester-Banksparplan oder den Riester-Fondssparplan.

Die Lösung:

Einige Anbieter vereinen das Beste aus beiden Welten: fairriester funktioniert in der Ansparphase wie ein Fondssparplan, der bis zum Rentenbeginn von einer Privatbank begleitet wird. Die Auszahlphase läuft hingegen über eine Versicherung, ist planbar und beinhaltet garantierte Rentenkonditionen.

Von den Mythen zu den Fakten

Ein Mythos ist eine Erzählung, die den Anspruch erhebt, wahr zu sein. Je öfter Mythen wiederholt werden, desto mächtiger werden sie und desto schwerer kann man sie dekonstruieren. Riester und Rürup sind besser als ihr Ruf. Wer die Rentenlücke im Alter schließen will, muss sich mit den o.g. Mythen auseinander setzen, um zu den Fakten zu gelangen. Eine Berechnung der individuellen Förderungen und Steuervorteile bringt meistens Licht ins Dunkel, zusammen mit der Erkenntnis, dass sich private Altersvorsorge noch lohnen kann.

fairriester-Rechner

 

Das könnte Sie auch interessieren: