14.01.2016 | ca. 2 min. Lesezeit | Artikel drucken

Freistellungsauftrag erneuern, sonst drohen Steuern

Die meisten Sparer haben einen Freistellungsauftrag erteilt – allerdings ist das oft Jahre her. Aber Vorsicht, ab dem 1. Januar 2016 verlieren Freistellungsaufträge ohne Steueridentifikationsnummer (Steuer-ID) ihre Gültigkeit. Betroffen sind unbefristete Freistellungsanträge, die vor dem 1.1.2011 gestellt worden sind und nicht erneuert wurden.
Alte Freistellungsaufträge verfallen damit und die Kapitalerträge werden automatisch besteuert. Mit einem neuen Freistellungsauftrag können Anleger ihre Erträge aber wieder bis zu gewissen Grenzen vor dem Fiskus schützen.
Jedem Anleger steht ein sogenannter Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro zur Verfügung. Bei Ehepaaren werden Zinsen und Gewinne bis zu 1602 Euro ohne Abzug gutgeschrieben. Die Freibeträge können auf mehrere Geldinstitute aufgeteilt werden, dürfen aber in der Summe die genannten Beträge nicht überschreiten.
Grundsätzlich unterliegen Kapitalerträge (Zinse, Dividenden, Kursgewinne) der Besteuerung. Der Steuersatz für die Abgeltungsteuer beträgt in der Regel 25 Prozent, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Liegt kein Freistellungsauftrag vor wird die Kapitalertragsteuer automatisch an das Finanzamt abgeführt. Mit der Steuererklärung 2017 kann man sich die Steuern wieder zurückholen, allerdings gewährt man dann dem Finanzamt einen Kredit – zinslos!

Anders sieht das bei Sparprodukten im europäischen Ausland aus. Festgelder die zum Beispiel über eine Zinsplattform wie WeltSparen im Ausland angelegt werden, benötigen keinen Freistellungsauftrag. Die Kapitalerträge müssen zwar ebenfalls in Deutschland versteuert werden, können deshalb aber auch auf den Sparer-Pauschbetrag angerechnet werden. Viele Länder erheben zudem keine Quellensteuer für Sparer, die in Deutschland steuerpflichtig sind. In den Ländern, in denen Quellensteuer einbehalten wird, ist diese in Deutschland voll anrechenbar. Sämtliche Unterlagen, die die Kunden für die Einkommenssteuererklärung benötigen, werden rechtzeitig von der Zinsplattform WeltSparen und deren Partnerbanken zur Verfügung gestellt.
TIPP: Sollte die Steuer-ID unbekannt sein, kann diese online beim Bundeszentralamt für Steuern erfragt werden.