12.01.2018 | ca. 4 min. Lesezeit | Artikel drucken

Zinsradar: Analyse der Einlagenzinssätze für Privat- und Geschäftskunden

Höchste Einlagenzinssätze für Festgelder in der EU:
Im Vergleich zum Vormonat haben sich in der Eurozone, vor allem bei den bestplatzierten einjährigen Festgeldern, deutlich positive Veränderungen ergeben. Spitzenreiter Italien konnte beeindruckende 0,12 Prozentpunkte zulegen und rangiert mit 1,66 % weiterhin auf dem ersten Platz – dreijährige italienische Festgelder notieren unverändert bei 2,01 %. Festgelder aus Portugal mit einjähriger Laufzeit stiegen um 0,06 Prozentpunkte auf 1,13 % sowie mit dreijähriger Laufzeit um 0,01 Prozentpunkte auf 0,72 %. Einjährige sowie dreijährige Festgelder aus Frankreich rangieren hingegen unverändert mit Renditen von 0,98 % und 1,25 % auf dem dritten Platz. Deutsche Sparer können sich als einzige über einen Anstieg der Renditen beider Laufzeiten freuen: Einjährige Festgelder stiegen um 0,04 Prozentpunkte auf 0,88 % und dreijährige Festgelder um 0,07 Prozentpunkte auf 1,15 %. Belgische und irische Festgelder bleiben unverändert auf dem vorletzten beziehungsweise letzten Platz.

 

 Einlagenzinssätze der größten Banken im jeweiligen Land:
Auch in diesem Monat können die meisten Einlagenzinssätze europäischer Großbanken als enttäuschend bezeichnet werden. Aufgrund verbesserter Angebote kleinerer Banken stieg das Zinsverhältnis der drei größten deutschen Banken vs. den jeweiligen besten lokalen Angeboten um einen Punkt auf 29 an und liegt somit weiterhin unangefochten an trauriger Spitze. Angesichts eines minimalen Anstiegs der Durchschnittszinsen niederländischer Großbanken sowie einer gleichzeitigen Verschlechterung der besten lokalen Angebote sackte das niederländische Zinsverhältnis deutlich um 5 Punkte auf einen Wert von 15 ab. Das portugiesische Zinsverhältnis stieg um einen Punkt an, wodurch portugiesische Sparer nun mit einjährigen Festgeldern bei kleineren Finanzinstituten eine 14-mal höhere Rendite als bei den größten Banken des Landes erwirtschaften können. Französische und irische Sparer erhalten bei den größten Banken des jeweiligen Landes immerhin noch rund ein beziehungsweise zwei Drittel der besten lokalen Angebote.

 

Historischer Verlauf der Einlagenzinssätze für Geschäftskunden:
Der stark negative Trend italienischer Einlagenzinssätze setzt sich fort: Zwar liegt der Durchschnittszins immer noch deutlich über dem Durchschnitt der Eurozone, allerdings ist er in den vergangenen 12 Monaten dramatisch um über 50 % eingebrochen und notiert mittlerweile auf dem niedrigsten Stand der vergangenen sechs Jahre. Auch deutsche und niederländische Einlagenzinssätze setzen ihren langjfristigen negativen Trend fort und liegen mittlerweile deutlich im negativen Bereich. Der durchschnittliche spanische Einlagenzinssatz konnte hingegen im vergangenen Jahr eine Trendwende verbuchen und liegt mittlerweile wieder deutlich über dem europäischen Durchschnitt – ob sich eine langfristige Erholung der Zinssätze abzeichnen wird, werden die kommenden Monate zeigen.

 

Aktuelle Einlagenzinssätze für Geschäftskunden in der Eurozone:
Die Ergebnisse der aktuellsten Analyse der Einlagenzinssätze zeigen ein ähnliches Bild wie im Vormonat. Der Durchschnittszins der Eurozone liegt aktuell bei 0,10 % und damit um 0,04 Prozentpunkte höher als im Monat zuvor. Weitaus höhere Renditen bieten Banken aus Zypern (1,27 %), Griechenland (0,84 %) und neuerdings auch aus Lettland (0,54 %) – der lettische Durchschnittszins stieg im Vergleich zur Vorperiode um 0,35 Prozentpunkte an und konnte somit den italienischen Einlagenzinssatz vom dritten Platz verdrängen. Am unteren Ende der Rangliste befinden sich Einlagenzinssätze aus den Niederlanden (-0,25 %), Deutschland, Belgien und Luxemburg (mit jeweils -0,10 %) und Irland (0,01 %).

 

 

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Stand: 09.12.2017, Quellen:

Belgien: Spaargrids; ING Belgien, KBC, Belfius Bank
Dänemark: mybanker; Danske Bank, Nykredit, Nordea
Deutschland: biallo; Deutsche Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank
Frankreich: FranceTransactions / cbanque; BNP Paribas, Societe Generale, Crédit Mutuel
Irland: Bonkers.ie; Bank of Ireland, AIB, Ulster Bank

Italien: Conti Deposito; UniCredit, Monte Dei Paschi Di Siena, Mediobanca
Niederlande: Spaarrente; ING, Rabobank, Abn-Amro
Norwegen: Norsk Familieøkonomi; DNB, Danske Bank, Nordea
Österreich: biallo; Erste Bank, Raiffeiseinbank Oberösterreich, BAWAG PSK
Polen: Oprocentowanie; PKO Bank Polski, Bank Pekao, mBank

Portugal: Pedro Pais; BPI, BCP, Novo Banco
Rumänien: Conso.ro; BCR, BRD, Banca Transilvania
Spanien: bankimia, iahorro, helpmycash; Santander, BBVA, Sabadell
Schweden: Finansportalen; SEB, Nordea, Swenska Handelsbanka
Vereinigtes Königreich: Moneysupermarket; HSBC, Barclays, RBS

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