Was ist die Kapitalertragssteuer?

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Die Kapitalertragssteuer (KapESt) ist im Einkommensteuergesetz (EStG) geregelt und wird für alle Gewinne aus Geldanlagen fällig. Sie ist eine Quellensteuer und wird daher automatisch von dem Kreditinstitut abgeführt, bei dem die Gewinne entstehen. Anleger erhalten dafür eine Steuerbescheinigung. Die Kapitalertragssteuer wird auf Zinsen, Dividenden und Gewinnen aus Wertpapiergeschäften erhoben. Aber auch Zinsen auf Giro- und Sparkonten sowie Tagesgeld und Festgeld müssen versteuert werden.

Können WeltSparen Kunden die Kapitalertragssteuer vermeiden?

Jeder deutsche Anleger kann einen Freistellungsantrag erteilen. Dadurch ist die Abstandnahme vom Steuerabzug zulässig. Das bedeutet, dass Kapitalerträge bis zur Höhe des Sparerpauschbetrags steuerfrei sind. Für Einzelpersonen liegt der Freibetrag bei 801 EUR pro Steuerjahr. Für Ehegatten beträgt das Freistellungsvolumen 1.602 EUR.

Für ein Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto im Ausland müssen WeltSparen Kunden keinen Freistellungsauftrag erteilen. Für die Angebote deutscher Partnerbanken und für WeltInvest ETF-Portfolios erhalten Anleger jeweils einen Freistellungsauftrag in der Postbox in Ihrem WeltSpar-Konto. Den Freistellungsauftrag können sie unter „Dokumente“ abrufen und per Post oder E-Mail an unseren Kundenservice schicken. Dieser leitet den Antrag an die entsprechende Bank weiter.

Wie hoch ist die Kapitalertragssteuer?

Der Steuerabzug durch die eigentliche Kapitalertragssteuer liegt bei 25 %. Anleger müssen also ein Viertel ihrer Kapitalerträge an das Finanzamt abführen. Allerdings wird nicht nur die Kapitalertragssteuer fällig, sondern auch der Solidaritätszuschlag und eventuell die Kirchensteuer. Da die Höhe der Kirchensteuer regional unterschiedlich ist, ergeben sich für Kapitalerträge drei Steuersätze.

 

1.     Szenario: Steuerpflichtig ohne Kirchenzugehörigkeit
  • Kapitalertragssteuer: 25 %
  • Solidaritätszuschlag: 1,3750 %
  • Kirchensteuer: 0 %
  • Gesamte steuerliche Belastung: 26,3750 %

 

2.     Szenario: Steuerpflichtig mit Kirchensteuersatz von 8 %
  • Kapitalertragssteuer: 24,5098 %
  • Solidaritätszuschlag: 1,3480 %
  • Kirchensteuer: 1,9608 %
  • Gesamte steuerliche Belastung: 27,81 %

 

3.     Szenario: Steuerpflichtig mit Kirchensteuersatz von 9 %
  • Kapitalertragssteuer: 24,4499 %
  • Solidaritätszuschlag: 1,3447 %
  • Kirchensteuer: 2,2005 %
  • Gesamte steuerliche Belastung: 27,9951 %

Was ist der Unterschied zwischen Kapitalertragssteuer und Abgeltungssteuer?

Die Kapitalertragssteuer ist eine Art der Abgeltungssteuer. Vor Einführung der Abgeltungssteuer wurden Erträge aus Kapitalanlagen mit der Kapitalertragssteuer oder dem Zinsabschlag plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer besteuert und mussten einzeln in  der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Mit Einführung der Abgeltungssteuer zum 1. Januar 2009 in Deutschland müssen Kapitalerträge nun nicht mehr in der Steuererklärung angeführt werden, sondern werden im Sinne einer Quellensteuer direkt von den Kreditinstituten an das Finanzamt abgeführt.

Können Anleger von der Kapitalertragsteuer befreit werden?

Über den sogenannten Grundfreibetrag soll in Deutschland das Existenzminimum gesichert werden. Das bedeutet, das das Jahreseinkommen von Einzelpersonen bis 9.408 EUR und das Jahreseinkommen von Ehepartner bis 18.816 EUR nicht besteuert werden.

Einnahmen aus Kapitalanlagen müssen immer auf das Einkommen aufgerechnet werden. Liegen Geringverdiener mit Ihrem Einkommen und den Kapitalerträgen unter dem Grundfreibetrag, müssen sie die Kapitaleinkünfte nicht versteuern – auch dann nicht, wenn diese den Steuerfreibetrag überschreiten. Dafür müssen sie sich mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung von der Abgeltungssteuer befreien lassen.

Sonderfall: Aktienkäufe vor 2009

Kapitaleinkünfte aus Aktien, die vor Einführung der Abgeltungssteuer am 1. Januar 2009 gekauft wurden, sind von der Abgeltungssteuer befreit. Dies gilt jedoch nicht für Erträge aus Investmentfonds. Diese müssen nach geltendem Recht versteuert werden.

Gibt es die Kapitalertragssteuer nur in Deutschland?

Erträge aus Kapitalanlagen in Deutschland fallen automatisch unter die Kapitalertragssteuer bzw. Abgeltungsteuer. Kapitalerträge, die Anleger über ausländische Kreditinstitute bezogen haben, müssen gesondert in einer Steuererklärung aufgeführt werden, weil sie noch nicht versteuert wurden.