Was ist ein Freistellungsauftrag?

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Mit einem Freistellungsauftrag veranlassen Anleger bei einer Bank, Zinserträge, Dividenden und Kursgewinne aus Wertpapiergeschäften steuerfrei zu stellen. Für die Antragstellung wird die Steueridentifikationsnummer benötigt. Der steuerfreie Betrag, Sparerpauschbetrag genannt, liegt für Einzelpersonen bei 801 EUR. Für Ehepartner und Lebenspartner liegt die Freibetragsgrenze bei 1.602 EUR, die einen gemeinsamen Freistellungsauftrag erteilen und bei denen die Voraussetzungen einer Zusammenveranlagung i. S. des § 26 Absatz 1 Satz 1 EStG vorliegen.. Auch Kindern steht der Freibetrag von 801 EUR zu. Eltern müssen für sie einen separaten Freistellungsauftrag erteilen. Kapitalerträge, die im laufenden Kalenderjahr über den Freistellungsbetrag hinausgehen, sind weiterhin steuerpflichtig.

Wenn Anleger bei einer ausländischen Bank Erträge aus Wertpapiergeschäften erhalten, können Sie keinen Freistellungsauftrag erteilen. Die Erträge müssen in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Beim WeltInvest Portfolio können Anleger den Freistellungsauftrag bei der depotführenden Bank DAB BNP Paribas erteilen, es genügt auch eine Email des unterschriebenen und ausgefüllten Formulars an kundenservice@weltsparen.de. Bei Festgeldern und Tagesgeldern können die Kunden in Ländern mit Quellensteueinbehalt eine Ansässigkeitsbescheinigung einreichen. Weitere Informationen über Steuern erhalten Sie hier.

Wie können WeltSparen Kunden einen Freistellungsauftrag erteilen?

Als Privatanleger benötigen Sie für Geldanlagen in Tagesgeld oder Festgeld bei unseren Partnerbanken im Ausland keinen Freistellungsauftrag, da WeltSparen keine Kapitalertragssteuer einbehält. Zudem gelten im Ausland andere Bestimmungen.

Eine Ausnahme sind Festgeldangebote unserer deutschen Partnerbanken. Bei diesen können Sie einen Freistellungsauftrag stellen. Den Antrag erhalten Sie automatisch bei der Festgeldbestätigung in der Postbox Ihres WeltSpar-Kontos.

Für eine Kapitalanlage mit unseren WeltInvest ETF-Portfolios ist es sinnvoll, einen Freistellungsauftrag zu stellen, da für Zinseinnahmen aus ETFs und Indexfonds die Abgeltungssteuer fällig wird. Den Freistellungsauftrag für WeltInvest senden wir Ihnen, nachdem Ihr ETF-Portfolio eingerichtet ist. Sie erhalten ihn befüllt mit Ihren Daten in der Postbox unter „Dokumente“ in Ihrem WeltSpar-Kontos. Anschließend senden Sie das Formular per Post oder E-Mail an WeltSparen zurück. Wir leiten den Antrag danach an die Depotbank DAB BNP Paribas weiter. Anschließend nutzen Sie die Vorteile des Sparerfreibetrags.

Was ist die Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge?

Die Abgeltungssteuer ist eine Quellensteuer, die ohne einen Freistellungsauftrag für alle Kapitalerträge fällig wird. Ist kein Freistellungsauftrag vorhanden, führt ein Kreditinstitut automatisch 25 % Kapitalertragssteuer und den Solidaritätszuschlag an das Finanzamt ab. Gehören Anleger zusätzlich einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft an, wird zusätzlich die Kirchensteuer fällig. Konfessionslose Anleger müssen automatisch einen Steuerabzug von 26,38 % verkraften. Da die Höhe der Kirchensteuer regional unterschiedlich geregelt ist, liegt der Steuerabzug für Kirchenmitglieder zwischen 27,82 % oder 27,99 %. Wenn Anleger einen Freistellungsauftrag erteilen, können sie die steuerliche Entlastung durch den Freibetrag nutzen. Voraussetzung ist, dass Wertpapiergeschäfte über eine inländische Bank getätigt werden.

Gibt es Ausnahmen bei der Abgeltungssteuer?

Die Abgeltungssteuer wurde am 1. Januar 2009 eingeführt. Alle vor diesem Datum gekauften Aktien können heute steuerfrei verkauft werden. Dabei spielt die Haltedauer keine Rolle. Für Investmentfonds gilt diese Ausnahme nicht. Bei Fondsverkäufen müssen Erträge normal versteuert werden.

Können sich Anleger von der Abgeltungssteuer befreien lassen?

In Deutschland verfügt jeder Bürger über einen Grundfreibetrag. Dieser soll das Existenzminimum sichern, indem kleine Einkommen steuerfrei gestellt werden. Für Einzelpersonen sind Einkommen bis jährlich zu 9.408 EUR steuerfrei. Für Ehepartner liegt die Grenze bei 18.816 EUR pro Jahr.

Ausschüttungen wie Dividenden und Zinsen müssen auf den Grundfreibetrag addiert werden. Wenn ein Anleger danach weiterhin unter dem Grundfreibetrag liegt, kann er sich mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung von der Abgeltungssteuer befreien lassen. Der Effekt: Alle Erträge, die über den Sparpauschbetrag hinaus gehen, müssen nicht versteuert werden.

Können mehrere Freistellungsaufträge erteilt werden?

Je Bank ist nur ein einziger Freistellungsauftrag nötig. Dieser gilt für alle Konten und Depots bei diesem Geldinstitut. Darüber hinaus können Anleger unbegrenzt viele Freistellungsaufträge stellen und den Pauschbetrag auf mehrere Banken verteilen. Wichtig ist, dass die gesamten Erträge eines Steuerjahres nicht über 801 EUR bzw. 1.602 EUR für Ehegatten liegen, sonst werden Steuern abgeführt.

Wie lang gilt ein Freistellungsauftrag?

Ein Freistellungsauftrag gilt ab dem 1. Januar und für das ganze Kalenderjahr, in dem er eingereicht wurde. Ist der Freistellungsauftrag befristet, gilt er bis zum Ende des Kalenderjahres, also dem 31. Dezember. Ein unbefristeter Freistellungsauftrag gilt solange, bis er widerrufen oder geändert wird.

Kann ein Freistellungsauftrag geändert werden?

Anleger können einen Freistellungsauftrag entweder vor Beginn oder während der Geltungsdauer beliebig oft ändern. In einem laufenden Kalenderjahr ist der letzte Stichtag für Änderungen meist der letzte Bankarbeitstag des Jahres, was in der Regel der 28. Dezember ist. Die meisten Bankhäuser setzen die Frist jedoch auf Mitte Dezember.

Kann ein Freistellungsauftrag nachträglich erteilt werden?

Ein Freistellungsauftrag kann auch im Laufe eines Kalenderjahres, beispielsweise erst im November, gestellt werden. Der Auftrag gilt dann rückwirkend für dieses Kalenderjahr und bereits abgeführte Steuern werden von der Bank zurückerstattet.

Die nachträgliche Erteilung eines Freistellungsauftrags für vergangene Jahre ist nicht möglich.

Endet ein Freistellungsauftrag bei einer Kontoauflösung automatisch?

Bei einer Konto- oder Depotauflösung endet der Freistellungsauftrag nicht automatisch. Er muss bei der jeweiligen Bank mit einem separaten Löschungsauftrag beendet werden.