Negativzinsen für Geschäftskunden

So vermeiden Sie Negativzinsen für Unternehmen

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Als Reaktion auf die sinkenden Zinseinnahmen erheben viele Kreditinstitute Negativzinsen auf die Einlagen ihrer Geschäftskunden. Das trifft vor allem Unternehmen: Im Geschäftskundenbereich sind es etwa 500 Banken, die hohe Kundeneinlagen mit Strafzinsen belegen. Das Problem: Viele Unternehmen schrecken in der Corona-Krise vor großen Investitionen zurück. Doch es gibt eine einfache Möglichkeit, dauerhaft positive Zinsen für die Rücklagen der Firma zu bekommen, ohne die Bank wechseln zu müssen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Verwahrentgelt: Geschäftskunden mit großem Sparvermögen müssen heute bei den meisten Banken und Kreditinstituten mit Negativzinsen (auch Verwahrentgelt genannt) auf dem Konto rechnen.
  • Trend: Immer mehr Banken setzen auf den Negativzins. Anfang 2022 erhoben über 550 Sparkassen, Volksbanken, Raiffeisenbanken und andere Kreditinstitute Strafzinsen für Unternehmen.
  • Freibeträge: Bei den Negativzinsen für Geschäftskunden gelten i. d. R. Freibeträge von unterschiedlichem Umfang. Meistens gelten Negativzinsen aber ab dem ersten EUR.

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Warum erheben Banken Strafzinsen
für Firmenkunden?

Ganz gleich, ob Kreissparkasse, Raiffeisenbank oder Volksbank: Zahlreiche Banken und Kreditinstitute in Deutschland verlangen von ihren Privat- und Geschäftskunden Zinsen für deren Einlagen, sogenannte Negativzinsen. Bankkunden müssen also Gebühren für ihre Konten zahlen, sobald sie ihr Geld dort anlegen. Vorreiter war die Volksbank Reutlingen: Sie hatte im Mai 2017 als erste Bank in Deutschland Negativzinsen von 0,5 % eingeführt, die für Neukunden und Sparer ab 1 EUR auf ihren Girokonten erhoben werden sollten.

Weil Kunden für hohe Spareinlagen somit quasi „bestraft“ werden, sind Negativzinsen auch als Strafzinsen bekannt. Banken bezeichnen diese Zinsen hingegen häufig als „Verwahrentgelt“, sodass Privat- und Geschäftskunden die Zinsen nicht immer auf den ersten Blick wahrnehmen.

Von Negativzinsen betroffen sein können sowohl das Girokonto, das Tagesgeld– und das Festgeldkonto als auch das Sparbuch bei Hausbanken.

Eigentlich funktioniert das Prinzip des Sparens oder der Geldanlage bereits seit Jahrzehnten ganz einfach: Kunden zahlen Geld auf ein Sparbuch oder ein Konto ein und erhalten für das Parken von Geld von der Bank entsprechende Zinsen als Belohnung. Ein wichtiger Faktor bei der Festsetzung des Zinssatzes ist dabei der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB).

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Der Leitzins der EZB ist der wichtigste Grund für die Einführung von Negativzinsen für Firmenkunden. Denn in der Vergangenheit hat die EZB ihre Leitzinsen immer wieder verringert, um die europäische Wirtschaft anzukurbeln. Die Idee dahinter: Sind die Zinsen niedrig, dann werden auch mehr Kredite aufgenommen und Investitionen gefördert. Und so müssen Banken, die ihr Geld nicht in Form von Krediten an ihre Kunden weitergeben, einen Strafzins zahlen. Dadurch entsteht ein erhebliches Zinsänderungsrisiko für die Banken: Sie vergeben langfristige Kredite zu niedrigen Zinsen, müssen sich ab einem gewissen Zeitpunkt aber wieder refinanzieren. Aus diesem Grund geben Banken und Sparkassen den Strafzins als Negativzins an ihre Privat- und Geschäftskunden weiter oder erhöhen z. B. bei Girokonten die Kontoführungsgebühren.

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Wer muss den Negativzins
für Firmenkunden bezahlen?

Banken sind frei in der Entscheidung, ab welchem Betrag sie einen Negativzins von ihren Geschäftskunden verlangen. Wurde zu Beginn der Erhebung von Negativzinsen bei Privatkunden erst für höhere Summen ab 100.000 EUR, 250.000 EUR oder gar erst  500.000 EUR ein Strafzins fällig, müssen Firmenkunden meist bereits ab dem 1. EUR mit Negativzinsen rechnen.

Je nach Anlagebetrag müssen Unternehmen beträchtliche Summen an Negativzinsen für ihr Guthaben auf dem Geschäftskonto zahlen. 

Sie wissen nicht, wie hoch Ihre Negativzinsen sein werden? Die Berechnung ist einfach:

Ziehen Sie vom vorhandenen Guthaben auf dem Konto den Freibetrag der Bank ab, für den keine Strafzinsen gezahlt werden müssen, falls es einen Freibetrag gibt. Der übrige Betrag wird mit dem Prozentsatz, den Ihnen Ihre Bank in Rechnung stellt, multipliziert. Teilen Sie das Zwischenergebnis noch einmal durch 100 und das Resultat zeigt Ihnen den Betrag, den Sie pro Jahr zahlen müssen.

Ein Beispiel:

 

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Sie sind Geschäftskunde einer Sparkasse und haben Einlagen in Höhe von 100.000 EUR auf Ihrem Girokonto. Der Prozentsatz, den Ihre Bank in Rechnung stellt, beläuft sich auf 0,5 % ab einem Betrag in Höhe von 50.000 EUR.

Das ergibt: 50.000 EUR * 0,5 % / 100 = 250 EUR.

Die Banken berechnen die Negativzinsen für das Geschäftskonto tagesgenau und summieren ihn am Ende jeder Abrechnungsperiode auf.

Wie können Geschäftskunden
den Negativzins umgehen?

Viele Unternehmen, die von den Negativzinsen betroffen sind, erwägen einen Bankwechsel zu einer Bank, die keine Strafzinsen erhebt. Haben Sie einen hohen Geldbetrag auf Ihrem Konto, kann es sinnvoller sein, das Geld auf verschiedene Konten bei unterschiedlichen Banken aufzuteilen. Üblicherweise sollte die Spareinlage bei jeder Bank nicht den Freibetrag zur Erhebung der Strafzinsen überschreiten. Eine attraktive Alternative ist die Eröffnung eines Festgeld- oder Tagesgeldkontos. Bei Vertragsabschluss eines Festgeldkontos werden Bedingungen vereinbart, die über die gesamte Laufzeit gelten. Der Zinssatz eines Tagesgeldkontos ist variabel. 

Eine andere Möglichkeit Negativzinsen zu vermeiden, ist in eine Geldanlage ohne Strafzinsen zu investieren, z. B. in Aktien, Fonds oder ETFs. Hier werden zwar auch Gebühren erhoben, aber Kunden erwirtschaften i. d. R. eine Rendite, welche die entstehenden Kosten ausgleicht. Die einfache Handelbarkeit, die hohe Transparenz und die Diversifikation machen ETFs zu einem wertvollen Finanzinstrument, um Negativzinsen zu vermeiden.

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Negativzins muss nicht sein:
Tagesgeld für Geschäftskunden

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Tagesgeldkonten bieten Geschäftskunden die Möglichkeit, die überschüssige Liquidität ihres Unternehmens mit Tagesgeld zu verzinsen. Unternehmer, die Spareinlagen etwas länger auf dem Konto lassen können, können sogar noch mehr Zinsen erwirtschaften. Die BGFI Bank aus Frankreich zahlt z. B. Zinsen p.a. für 6-monatiges Firmenfestgeld und führt zudem keine Quellensteuer ab. Die Zahlen verdeutlichen: Festgeld als Alternative lohnt sich für Geschäftskunden, um Strafzinsen bzw. Negativzinsen zu umgehen.

Mit Firmenfestgeld Negativzinsen für das Geschäftskonto vermeiden

Eine Untersuchung hat ergeben, dass immer mehr Banken und Sparkassen Negativzinsen sowohl für Privat- als auch Geschäftskunden erheben: Von rund 1.300 Kreditinstituten bestehen etwa 500 Geldhäuser auf die Strafzinsen für Geschäftskunden. Die Bankzinsen für Einlagen von Unternehmen mit einer Laufzeit von unter einem Jahr liegen nach Angaben der Europäischen Zentralbank in Deutschland bei etwa -0,48 % p.a. Die untenstehende Abbildung zeigt die Entwicklung der Einlagenzinssätze für Geschäftskunden in der Eurozone im Monat Februar 2022 und vergleicht diese mit dem Vormonat sowie Vorjahr. Der Zinsradar betrachtet den durchschnittlichen Zins für neue Einlagen von Firmenkunden mit einer Laufzeit von bis zu 1 Jahr (Euro Area Statistics, Stand: April 2022). Wie Sie erkennen können, gibt es außerhalb Deutschlands noch höhere Zinsen für Firmeneinlagen:

zinsradar April 2022zinsradar April 2022

Durchschnittlicher Zinssatz für Neueinlagen bei privaten Haushalten mit Laufzeiten ≤ 1 Jahr, EZB-Daten.
Hinweis: Die Zeitreihe der niederländischen Zentralbank für Einlagen mit Laufzeiten von bis zu einem Jahr enthält ein länderspezifisches „Baudepot“ mit höheren Durchschnittssätzen als Tages- und Termineinlagen. Stand: Januar 2022

Gibt es das Verwahrentgelt nur für Geschäftskunden?

Nicht nur Firmenkunden sind von den Strafzinsen betroffen. Auch Privatkunden müssen Negativzinsen auf ihre Spareinlagen zahlen. Setzt sich der Trend der steigenden Strafzinsen weiter fort, könnte die Anzahl der Privatkunden, die mit Negativzinsen rechnen müssen, zunehmen.

Negativzins: Alternativen für Unternehmen und Geschäftskunden

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Geschäftskunden müssen Negativzinsen nicht einfach hinnehmen. Unternehmen können Strafzinsen einfach umgehen – ohne die bisherige Bank wechseln zu müssen. Stattdessen können Sie Ihr Geld als Firmenfestgeld oder Firmentagesgeld anlegen und von einer positiven Kapitalverzinsung profitieren. 

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